WENN ICH SEH
Text: N. Zowierucha; Musik: Street Symphoniez a.k.a Ill-Luzion Beatz und Croup
Siehst du die Krisen in meinen Augen, ich hab Krisen in meinem Glauben, weil die fiesesten Dinge da draussen fließend ablaufen. Ich würd mein Leben verkaufen, würd ich nicht lieben und hoffen, wobei die Hoffnung oft vor Angst zitternd am Boden ihren Stoff sucht.
Fernsehen an, ich seh das Cash macht die Reichen noch blinder, ich sehe Israel und Merkel und die Leichen der Kinder- Fernsehen aus, Augen zu, ich unterdrücke die Tränen, denn ich bin wie all die anderen, werde mich umdrehen und gehen.
Ich hass mich selbst, jeden Moment wenn ich seh
weil ich verzweifle an der Welt, aber nichts änder an der Welt
ich hass die Welt, dass sich die Welt für Geld dreht
weil ich verzweifle an mir selbst, aber nichts änder an mir selbst
So sitz ich da und haue stumpf in die Tasten, ihr haltet euch für jung und schlau, ich find uns dumm und erwachsen. Jedes Kind kann uns ansehen, unser Handeln ist Schwachsinn, denn wir bekämpfen die Natur und uns selbst weil wir uns verachten. Die Bestimmung konnt lachen, im Feueratem des Drachen, jetzt ist sie in ihm verbrannt, es geht um’s Haben der Sachen: es geht um Konten, Computer, Vernetzung, Öl, Industrie, BlingBling und Guns, Titten und Schwanz, fickt euch ins Knie.
Ich hass mich selbst...
Ich hass mich dafür, dass ich hier faulenzend liege, anstatt zu kämpfen gegen Habgier meinen Benz so liebe. Meine Menschenliebe reduziert sich auf Kinder, ansonsten halt ich uns für unnatürlich, entartet, behindert. Ich will die Sterne deuten können und den Lauf des Wassers,
doch meine Wurzeln brennen und ich atme den Rauch des Hasses. Wie tausend Assassines treffen mich blendende Wörter, bei Tag verwirren sie, doch bei Nacht sind sie brennende Schwerter. Ich find keinen Lehrer, nicht weil ich zu schlau bin, dass er mir was sagen könnte, sondern weil ichs nicht schaffe, dass ich meine scheiss Fragen finde. Wenn ich wüsste, obs was bringt, wenn man ins Licht rennt, das Dumme ist, dass man im Labyrinth das Ziel nicht kennt. Er liegt im Hemd besoffen unter ner Ampel – vielleicht ist er Gott näher als der Pfaffe auf seiner Kanzel; vielleicht ist einer von den beiden frei von den Zweifeln, vielleicht ist einer von euch mit der Welt eins und im Reinen.
Ich hass mich selbst...
Ich leide nicht unter Psychosen und Irrsinn, ich leide darunter, dass Mensch sein heißt nicht wissen wer wir sind. Wie war das noch? Alles ist eins, alles ist rund, alles ist deep, ich guck nach im Internet www.ErleuchtungForFree: da steht mach Yoga, autogenes Training und Tai Chi Chuan, geh beten und friss Öko und was weiß ich denn, ich klicke weiter, denn das war ja nur ein Teil von dem Kuchen, dann steh ich auf und gehe kotzen wegen Reizüberflutung.