WANN IST ENDLICH WIEDER SOMMER
Text: N. Zowierucha, Musik: Truestatiks (R.Farahmand/J.Barwitzki/M.Heßler), Add. Vocals: Louisa „Lou“ Lettow
-für Peter und Hadi-
Kennste das, eingeschlossen zwischen grauen Wolken, ach, sie sind so träge, dass man glaubt sie trauern voll gern. Sie hängen tief und sammeln ihren triefenden Regen; Sonnenstrahlen sollten mich treffen, doch schießen daneben. Was banal klingt wie ne einfache Schechtwetterfront, kann einen killen, wenn man dachte, dass der Sommer kommt. Wenn man dachte, dass die Seele endlich tanken kann, doch die Zeit spielt dunklen Soul, auf den man niemals tanzen kann. Kennste das, hast eigentlich alles im Griff, doch du bist nervös, als wär die Galle voll Gift, Gift und Galle, ich spit Gift und Galle, brauch Licht. Jetzt ist mein Gift alle - jetzt taug ich zu nichts. Jetzt fehlt mir selbst die Kraft, um das Dunkel zu hassen
und ich nehm es hin als eine Runde im Wahnsinn. Ach, ich bin nicht depressiv, es geht den meisten so. Ich schalt gleich mein Gehirn aus und dann bin ich wieder scheiße froh.
Der Himmel grau – wann ist endlich wieder Sommer,
Wann fühlt man wieder wie in seiner Kindheit Sommer,
Wann riecht es wieder so nach Zärtlichkeit im Regen,
Wann spürt man wieder diese Ehrlichkeit im Leben?
Kennste das, wegen der Stille in die Nacht verliebt, eigentlich in ihre Macht verliebt, frag ich mich heute ob sie lügt. Vielleicht bedroht mich der Schein, vielleicht ist sie so käuflich, wie's im Rotlicht erscheint. Vielleicht ist ihre Stille ein gut gefälschtes Alibi, verbirg ruhig deinen Abgrund, Sommernacht, ich weiß wir waren deep. Ich weiß noch als mein Bruder mir die Sterne zeigte, der Sommer war Musik, sie war geboren auf dass sie lernend reifte. Sie war die Mitte und ich umringte sie, hielt sie ins Licht, sie war noch so unscheinbar, für die Welt nur fies und schlicht. Für mich war sie Gott, doch dann ist sie gewachsen, jetzt nimmt die Welt sie ernst, doch sie ist nur erwachsen. Sie weiß jetzt wie's geht: wie man denkt, wie man lebt, wie man lacht, wie man leidet und sein Ende gesteht. Sie hat verstanden, wie's läuft und hat den Donner beschworen, sie kann jetzt scheinen wie die Sonne, doch hat den Sommer verloren.
Der Himmel grau...
Kannst du noch fühlen, wie der Frühling erwacht und die Kälte eines ganzen Winters vertreibt in einer Nacht? Kannst du dich gehen lassen, und laut singen, und scheiß drauf, ob es schief ist, ist doch egal, wie wir klingen. Kannst du weinen ohne Verzweiflung, einfach nur wegen Musik, nur wegen nem Beat oder nem Cello, das schön spielt? Kannst du den Geruch von frisch gemähtem Gras ertragen ohne direkt zu niesen oder Probleme mit der Atmung? Kannst du noch lieben wie beim allerersten mal, kannst du dich wenigstens erinnern, wie das damals alles war? Kannst du noch was anderes als können zu müssen? Kannst du statt direkt zu ficken noch stundenlang küssen? Kannst du noch Freund sein und dran glauben, dass es für ewig ist, in tief blindem Vertrauen darauf bauen, dass das so ewig ist? Kannst du sie abstellen, diese scheiß nervenden Fragen, und auf Äußerlichkeiten scheißen, und einfach leben?
Der Himmel grau...