MONOLOGE
Text: N. Zowierucha, Musik: Ill-Luzion Beatz

Ich sitz da, ich bin ziemlich ratlos, sag bloß, du findest diese Tag groß, was, wo? Du verpasst grad die Nazz-Show? Oh no, geht wieder die Farce los. Isse grad wieder hart so wie Faschos oder wieder „heul-heul“, völlig im Arsch und zu nix zu gebrauchen, hör auf zu rappen, geh saufen, du Deppin, geh rauchen, bist wack, solltest draufgehen. Ich entdeck grad ganz neue Seiten, ich sitz hier, lach mich tot, doch ich sollt eher kreischen. Yeah, vielleicht werd ich gelassen, werd endlich erwachsen und hör auf dich zu hassen. Vielleicht wächst meine Persönlichkeit mit jedem nächsten Level Rap, weil sie es ist die’s höher treibt. Vielleicht sind das alles größtenteils oberflächlich schöne Styles, doch tiefer isses blöder Scheiß. Ich vergess den Sinn von meinen eigenen Texten, nur um ihn dann darin neu zu entdecken. Halt mich für wack und such Schutz und Deckung in nem Versteck um nicht zu verrecken. Kannst du meinen Rap sehen? Er wuchert erschreckend, ich schreie „stop“ doch er wächst und zeigt mir next Level. Ich hab Angst vor meinen eigenen Zielen, ich wollt anfangs eigentlich spielen, ich war ganz lang nur eine von vielen, doch jetzt bin ich erst zufrieden, wenn ich die Queen bin. Ich hab Angst vor meinen so schönen Träumen, will singend drauf scheißen wie Vögel auf Bäumen.

Ich such und such doch finde gar nichts in den Zeilen hier, ich suche nichts und les mein Leben in den Zeilen hier, ich schließ die Augen, hör den Beat, bis ich die Zeit verlier, dann schreib ich mir Monologe, bis ich mich für heut kapier.

Ach shit, ich brauch für Texte wie diese ne Tüte, die Suche nach dem Knopf für den Kopf ist echt übel, das macht echt müde, Gehirn schalten üben, doch ich bleibe nüchtern: der Beat muss genügen. Ich bin die Königin im Jammern, doch ich glaube ich fang an mich zu entspannen. Ich werde langsam geschickter im Umgang mit meinem Verlangen und stell den Empfang an während ich sende. Während ich anstand, musst ich lernen mich zu verstellen als wäre ich im Handstand. Ich such immer noch überall Mittel und Weg, wie ich immer noch überall im Mittelpunkt steh, und schrei immer noch laut, dass ich kein Bock auf die Welt hab, doch weiß tief in mir drin, hab keinen Bock auf mich selber. Doch was isses genau? Ich schreib, schreib, schreib, doch werd kein bisschen schlau. Laber, laber, laber, einen Moment mal grad bitte, mein Geist is grad dicke am Start und ich kick ihn. Du kannst mitgehen, ist anders wie’n Fick zu Dritt, ab in mein Ich, Song für Song, Schritt für Schritt. Doch wenn ich sagte, du zählst, hab ich dich wohl belogen: hier zähle nur ich, denn ich führ Monologe. Ich kann mir sagen, ich rappe so heiß und ich kann mir sagen meine Texte sind scheiße. Und hast du gesehen wie ich grade abschweife? Nazz du bekloppte mit ganz arger Meise! Nazz, ey, ich kann dich grad echt mal nicht leiden, ach weißte, besser lasse ich’s bleiben. Manchmal fühl ich im Herz ne Bestimmung und manchmal nichts als schmerzende Erinnerung, fühl mich oft gefangen im Scheißhaus des Teufels, doch bin gefangen im eigenen Kreislauf der Zweifel.

Ich such und such doch finde gar nichts in den Zeilen hier...

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